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| Die Jahre 1904 - 1929 | Die Jahre
1932 - 1975 | Die Jahre 1976 - 2003 |
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1904 |
Wenn von der Gründung eines Turnvereins die Rede ist, so muss man zu den Wurzeln
der Turnbewegung zurückgehen. „Frisch – Fromm – Fröhlich – Frei“ so lautet der
Wahlspruch der deutschen Turner und diese „vier F“ bilden ihr Symbol, das
„Turnerkreuz“. Ins Leben gerufen wurde diese Bewegung von „Turnvater“ Jahn im
Jahre 1711 auf der Hasenheide in Berlin. Turnen, abgeleitet vom Wort „Turnier“
bedeutete für Friedrich Ludwig Jahn Übung und Schulung der Körperkräfte durch
natürliche und ersonnene Bewegungen. In den darauf folgenden Jahren entstanden
in Deutschland die ersten Turnvereine. So, auch wenn viele Jahre später in
Eberstadt.
In der Chronik des Jahres 1904, dem Gründungsjahr unseres Vereins ist folgendes
nachzulesen:
21 Turnwillige trafen sich am 22. August des Jahres 1904 im Gasthaus zum Hirsch
um den damals „Turnverein Eberstadt“ genannten Verein aus der Taufe zu heben.
Friedrich Gerlach, Friedrich Kienle, Karl Hermann, Karl Fischer, Heinrich
Hermann, Wilhelm Wurst, Karl Gassert, Friedrich Gassert, Wilhelm Greiner,
Wilhelm Rank, Karl Seiler, Friedrich Baumgärtner, Wilhelm Frank, Karl Rank,
Wilhelm Reichert, Friedrich Wägele, Heinrich Dochtermann, Gottlob Hermann, Ernst
Baumgärtner,
Zum ersten Vorstand des neu gegründeten Vereins wurde Friedrich Gerlach gewählt.
Noch im Gründungsjahr wurde eine Weihnachtsfeier veranstaltet und diese
Tradition lebt bis heute in der alljährlichen Jahresfeier des VfL fort. Auch
eine Vereinssatzung wurde noch im selben Jahr erarbeitet und am 30. September
von der 1. Hauptversammlung genehmigt. |
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1905 |
Es ist nicht überliefert weshalb bereits im Jahr 1905, also 1 Jahr nach der
Gründung Wilhelm Rappold zum ersten Ehrenmitglied des Turnvereins Eberstadt
ernannt wurde. |
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1906 |
Bei der Hauptversammlung wird bekannt gegeben, dass der Verein zum Jahresende
bereits 66 Mitglieder zählt. |
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1907 |
Der Vereinsbeitrag wurde für passive Mitglieder auf 1,30 Mark, für aktive auf
0,30 Mark festgelegt. Im Vergleich dazu betrug der Preis für ein
23 Liter-Fass Bier 4,60 DM. In diesem Jahr nahm auch zum ersten Mal eine
Eberstädter Turnriege am Gauturnfest in Vaihingen Enz teil. |
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1909 |
Auf
dem Turn- und Festplatz „Linde“ wurde am 16. Mai das 5-jährige Stiftungsfest
gefeiert. Ob man damals zu späterer Stunde den Schlager des Jahres „Der kleine
Finkenhahn“ von Robert Steidl gesungen hat wird nicht berichtet. |
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1911 |
Unter dem damaligen Vorstand Karl Seng wurde bei der Generalversammlung eine
Sängerabteilung gegründet.
Zum hundertjährigen Jubiläum der Turnbewegung, das durch landesweite
Schauveranstaltungen gefeiert wurde bei denen man der Bevölkerung die
Körperertüchtigung nahe bringen wollte, gewährte die Gemeinde Eberstadt dem
Turnverein das Recht, den Turnplatz zu jeder Tageszeit zu nutzen, außer während
des Gottesdienstes am Sonntag morgen. Wie ernst man das Turnen in unserem Ort
nahm zeigt die Tatsache, dass für das Nichtbesuchen der Turnstunden 10 Pfennig
Strafe erhoben wurden. |
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1913 |
In
diesem Jahr wurde der in der Satzung von 1904 festgelegte Vereinszweck neu
definiert:
Der Zweck des unter dem Namen Turnverein zu bestehenden Vereins ist, Gelegenheit
und Anleitung zu geregelten Turnübungen zu geben als eines Mittels zur
körperlichen und sittlichen Kräftigung, sowie die Pflege des deutschen
Volksbewusstseins und vaterländischer Gesinnung.
Wegen des 1. Weltkrieges trat der Sport während der nächsten 4 ½ Jahre weltweit
in den Hintergrund. Die für 1916 geplanten Olympischen Spiele in Berlin wurden
im Jahr davor endgültig abgesagt und auch in Eberstadt kam das Sportgeschehen
zum Erliegen. |
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1919 |
Während es im damaligen Deutschen Reich noch überall Unruhen gab, trafen sich in
Eberstadt bereits am 9. März dieses Jahres 34 Turnvereins-mitglieder um das
Turnen wieder ins Leben zu rufen.
Zum 1. Vorstand nach dem Krieg wurde wie schon bei der Vereinsgründung 1904
Friedrich Gerlach gewählt.
Damals fanden auch gleich Gespräche mit der Gemeinde über einen neuen Sportplatz
statt. |
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1921 |
Aus einem Ereignisbericht des Jahres geht hervor, dass im März „emanzipierte
Frauen“ mit einer Frauen Olympiade in Monte Carlo gegen das IOC demonstrieren.
In Eberstadt fand ein großes Turnfest statt.
Im selben Jahr war Eberstadt auch Ziel des Gauwandertages. Über die zwei
Festtage herrschte herrliches Wetter und den großen Festzug begleiteten zwei
Musikkapellen.
Ein Ereignis am Rande sei noch erwähnt: Der damalige Vereinsdiener wollte im
Sommer sein Amt niederlegen. Sein Antrag wurde aber mit der Begründung
zurückgewiesen, dass mitten im Jahr kein Amt niedergelegt werden kann.
Angeschafft wurde auch eine Hantel, die mit 80 Eiern bezahlt wurde. |
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1923 |
Wegen
der Geldentwertung - 1 Pfund Fleisch kostete zu der Zeit 3,2 Billionen - musste
der Monatsbeitrag in Naturalien abgegolten werden und zwar in Form von einem
halben Liter Milch.
Der „Vereinsdiener“ wird aus dem Verein ausgeschlossen, da er mit dem Einzug der
Beiträge im Verzug war.
Die damalige Situation verdeutlicht auch das folgende Bild aus dem
Inflationsjahr 1923. |
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1924 |
Es war das Jahr der 8. Olympischen Sommerspiele in Paris. Star dieser Olympiade
war der finnische Läufer Paovo Nurmi mit 4 Goldmedaillen. Deutschland war von
diesen Spielen noch ausgeschlossen. Im TV Eberstadt aber gab es ein reges
Vereinsleben.
So wurden mit der Gemeinde erste Gespräche über einen Turnhallenbau geführt und
unter dem Vorstand Otto Köpf wurde ein Vereinsausflug mit dem Pferdefuhrwerk in
den Mainhardter Wald veranstaltet. |
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1925 |
In einer Zeitung aus diesem Jahr war folgender Artikel zu lesen:
Damenmode schockiert
"Die von der Damenwelt seit einiger Zeit bevorzugte Freizügigkeit erfährt in
diesem Frühjahr einen weiteren Höhepunkt. Nach Bubikopf und Hängekleid
provozieren jetzt ein strenger Herrenschnitt und männliche Modeaccessoires. Die
Frau trägt Melone, Hemdkragen und Krawatten, einige ganz Mutige wagen sich sogar
in den Hosenanzug. Die Männer sind schockiert".
Vielleicht hat diese Emanzipationsbewegung auch seinen Teil dazu beigetragen,
dass im Oktober im TV die erste Damenturnriege gegründet wurde. Vom damaligen
Vorstand Otto Köpf wurde an die Gemeinde ein Gesuch zum Bau einer Turnhalle
eingereicht. |
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1925 |
Es
war das Jahr der großen Theateraufführungen. Im Steinbruch an der Straße nach
Neuenstadt wurde im Sommer dreimal das Stück „Wilhelm Tell“ gespielt. |
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1929 |
Der Turnverein Eberstadt konnte am
8. September sein 25-jähriges Jubiläum mit einem umfangreichen Programm feiern. |
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